Neuinstallierte Trinkwasserleitungen müssen nach ÖNORM EN 806-4, ÖVGW 6023 und dem ZVSHK Merkblatt nach Abschluss der Arbeiten einer Dichtheits- und Belastungsprüfung unterzogen werden.
Je nachdem welcher Rohrwerkstoff verbaut worden ist, ändert sich die Vorgehensweise:
Bei Metall-, Mehrschichtverbund-, und PVC- Leitungen muss der 1,1-fache zulässige Betriebsdruck genommen werden. Der Betriebsdruck nach DIN EN 806-2 beträgt 1 MPa (10 bar). Der Prüfdruck nach DIN EN 806-4 beträgt somit 1,1 MPa (11 bar). Die Prüfzeit beträgt 30 Minuten. Während dieser Prüfzeit muss der Betriebsdruck konstant bleiben (ΔP = 0). Falls ein Druckabfall auftritt, liegt eine Undichtheit im System vor. Der Druck ist dann aufrecht zu erhalten und die undichte Stelle ist zu lokalisieren.
Nachdem der Mangel beseitigt wurde, ist eine erneute Dichtheitsprüfung durchzufuhren.
Bei PP-, PE-, PE-X-, PB-Rohrleitungen und kombinierten Installationen aus Metall- und Mehrschichtverbund-Rohrleitungen muss ebenfalls der 1,1-fache zulässige Betriebsdruck genommen werden. Der Betriebsdruck nach DIN EN 806-2 beträgt auch hier 1 MPa (10 bar). Der Prüfdruck betragt somit 1,1 MPa (11 bar). Dieser Prüfdruck ist für 30 Minuten aufrechtzuerhalten. Danach sollte eine Sichtprüfung durchgeführt werden, um eventuelle Undichtheiten in dem Prüfabschnitt festzustellen. Anders als bei Metall-, Mehrschichtverbund-, und PVC- Leitungen muss danach der Druck auf einen 0,5-fachen Prüfdruck von 0,55 MPa (5,5 bar) abgesenkt werden, indem Wasser aus dem System entleert wird. Währenddessen ist eine weitere Prüfzeit von 120 Minuten einzuhalten. Während dieser Prüfzeit darf keine Undichtheit feststellbar sein. Das heißt der Druck darf nicht abfallen. Falls ein Druckabfall vorliegt muss die undichte Stelle geortet und der Mangel behoben werden, um anschließend eine erneute Dichtheitsprüfung durchzuführen.
Die Dichtheitsprüfung mit Wasser wird an den Trinkwasserleitungen mit dem Wöhler SC 660 durchgeführt. Das Wöhler SC 660 kann mit dem Wöhler M 603 oder der Wohler Smart Connect App verbunden werden. Das Gerät wird mit dem passenden Adapter an die Leitung angeschlossen und führt dann gezielt durch die Messaufgaben und unterstützt den Anwender somit bei der Durchführung der Messung. Mit Erreichen des Prüfdrucks startet das Wöhler M 603 bzw. die Smart Connect App die Stabilisierungsphase automatisch, wobei der Druckverlust im Display über die gesamte Messdauer verfolgt werden kann. Nach Ablauf der Stabilisierungsphase, beginnt automatisch die Messphase, ohne dass der Anwender eingreifen muss.
Die Protokollierung des Messergebnisses ist laut verpflichtend vorgeschrieben. Das Formblatt dazu befindet sich im Anhang des ZVSHK Merkblatt „Dichtheitsprüfungen von Trinkwasser-Installationen mit Druckluft, Inertgas oder Wasser“. Dazu kann ein Ausdruck sofort mit dem Thermoschnelldrucker erfolgen. Alternativ können die Werte auch in der Smart Connect App speichern und zur dauerhaften Dokumentation gespeichert werden.
Auch eine Übertragung an die Wöhler-PC-Software ist möglich. Das Wöhler M 603 Druckmessgerät führt gezielt durch die Messaufgaben und unterstutzt bei der Durchführung der Messung.
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