Neuinstallierte Trinkwasserleitungen müssen nach ÖNORM EN 806-4, ÖVGW 6023 und dem ZVSHK Merkblatt nach Abschluss der Arbeiten einer Dichtheits- und Belastungsprüfung unterzogen werden.
Vor der Belastungsprüfung im Rohbauzustand, wenn die Trinkwasserleitungen frei zugänglich sind.
In Gebäuden, in denen erhöhte hygienische Anforderungen bestehen, wie zum Beispiel bei medizinischen Einrichtungen, Krankenhäuser oder Arztpraxen, kann die Verwendung von inerten Gasen gefordert werden, um eine Kondensation der Luftfeuchtigkeit in den Rohrleitungen auszuschließen. Die Dichtheitsprüfung wird mit dem Wöhler M 603 an der Trinkwasserinstallation (ohne Speicher) vollautomatisch durchgeführt.
Im ersten Schritt wird die Trinkwasserleitung mit einem geeigneten Prüfstopfen (z.B. Hochdruckstufenstopfen) verschlossen. Der Prüfstutzen wird über den Dichtheitsprüfverteiler mit dem positiven Druckanschluss des Wöhler M 603 verbunden. Der Prüfdruck wird von der geräteinternen Pumpe des Wöhler M 603 Druckmessgeräts aufgebaut. Nach dem Beaufschlagen der Leitungen mit dem Prüfdruck von 150 hPa muss zunächst der Temperaturausgleich von 15 Minuten abgewartet werden. Während der Prüfzeit, die vom Leitungsvolumen abhängig ist, darf der Prüfdruck nicht fallen. Die Dichtheitsprüfung startet nach der Anpassungszeit vollautomatisch, wobei aktuelle Druckwerte im Display angezeigt werden. Nach dem Aufbringen des Prüfdrucks muss die Prüfzeit bis 100 Liter Leitungsvolumen mindestens 120 Minuten betragen. Je weitere 100 Liter Leitungsvolumen muss die Prüfzeit um 20 Minuten erhöht werden.
Während der Prüfzeit darf kein Druckabfall auftreten.
Wird eine Undichtigkeit festgestellt, soll der Prüfer den Druck aufrecht halten, um so undichte Stellen zu finden.
Die Protokollierung des Messergebnisses ist verpflichtend vorgeschrieben. Das Formblatt dazu befindet sich im Anhang des ZVSHK Merkblatt „Dichtheitsprüfungen von Trinkwasser-Installationen mit Druckluft, Inertgas oder Wasser“. Dazu kann ein Ausdruck sofort mit dem Thermoschnelldrucker erfolgen. Alternativ können die Werte auch im Gerät gespeichert und zur dauerhaften Dokumentation und Auswertung per USB an die Wöhler-PC-Software übertragen werden. Das Wöhler M 603 Druckmessgerät führt gezielt durch die Messaufgaben und unterstützt bei der Durchführung der Messung.
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