Abwasserleitungen von Hausanschlüssen müssen dicht sein, da das austretende Abwasser aus undichten Abwasserkanälen das Grundwasser den Boden verschmutzt kann. Die Undichtigkeiten des eintretenden Grundwassers kann die Abwasseranlagen negativ beeinträchtigen. Um dies zu verhindern sollte die Dichtheitsprüfung durchgeführt werden.
Zu den Rechtsvorschriften zum Thema Abwasser ist zu erwähnen, dass der Vollzug in der Bundesrepublik regional sehr unterschiedlich geregelt ist. Die genauen Anforderungen sind bei der jeweiligen Stadt, Gemeinde oder Kommune zu erfragen. Auch über die Voraussetzungen, die der Sachkundige erfüllen muss, sollte Rücksprache mit den entsprechenden Stellen in der Gemeinde oder Kommune genommen werden.
Die Dichtheitsprüfung kann sowohl mit Wasser als auch mit Luft durchgeführt werden. Bei der Prüfung mit Luft muss das entsprechende Prüfverfahren (LA; LB; LC oder LD) und die Beschaffenheit der Rohrwandung (trocken oder feucht) ausgewählt werden. Die Prüfverfahren unterscheiden sich hinsichtlich der Drücke, der Prüfzeiten und, des in Abhängigkeit des Rohrdurchmessers zulässigen, Druckabfalls. Alle Verfahren und deren Anforderungen sind im Wöhler M 603 Druckmessgerät hinterlegt. Das Messgerät entspricht allen Vorgaben der Norm ÖNORM EN 1610, und hält die Fehlergrenzen (10% von Δp/ ±2,5 s Prüfzeit) ein.
Für die Durchführung der Dichtheitsprüfung nach ÖNORM EN 1610 an Abwasserleitungen müssen als erstes die Leitungen durch Spülen gereinigt werden. Dann erfolgt die optische Inspektion der Abwasserleitungen mit einer Inspektionskamera. Hierbei wird der Zustand der Abwasserleitungen festgestellt, sowie alle sichtbaren Schäden geortet und dokumentiert.
Wenn keine sichtbaren Undichtigkeiten zu erkennen sind, wird die Dichtheitsprüfung der Abwasserleitung durchgeführt. Die Abdichtblase wird mit einer Sicherungsleine befestigt, sodass sie reibungslos aus der Abwasserleitung gezogen werden kann. Nun wird die Abdichtblase mit Hilfe der 15 m langen Wöhler Haspel am Ende des Prüfabschnitts positioniert und über den Ventilblock aufgepumpt. Die Blase wird dann am Beginn des Prüfabschnittes gesetzt und durch Aufpumpen fixiert. Es sind zwei Größen von Abdichtblasen enthalten. Entweder für Rohrdurchmesser von 65 - 100 mm oder für Rohrdurchmesser von 75 – 150 mm.
Zur Durchführung der Dichtheitsprüfung nach ÖNORM EN 1610 wird das Prüfverfahren, die Rohrwandbeschaffenheit und der Durchmesser im Wöhler M 603 eingegeben. Nachdem das Messgerät mit dem Ventilblock verbunden wurde, wird die Abwasserleitung mit dem entsprechenden Prüfdruck beaufschlagt. Bis zu einem Prüfdruck von 300 hPa kann das über die interne Pumpe des Druckmessgerätes erfolgen, höhere Drücke können mit einer externen Pumpe erreicht werden. Mit Erreichen des Prüfdrucks beginnt automatisch die Stabilisierungsphase. Nach der Stabilisierungsphase (Temperatur- und Druckausgleich) beginnt sofort die Messphase, wobei der Druckverlauf über die gesamte Messdauer am Display verfolgt werden kann. Das Messergebnis liegt unmittelbar am Ende der Messzeit vor, und kann dann ausgedruckt, oder im Gerät gespeichert, und per USB an die Wöhler Software zur Dokumentation übertragen werden.
Zusammenfassung:
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